Monatsspruch November 2005: Der Gott des Friedens heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus. 1. Thessalonicherbrief 5.23Am Ende des Kirchenjahrs denken wir an die so genannten ‘letzten Dinge’, also an das Ende der Welt und die Wiederkunft Christi. Nicht wenige möchten diesem Thema gerne ausweichen, sie fürchten es, obwohl die meisten doch beim Vaterunser mitbeten, wenn es heißt: ‘Dein Reich komme!’ Die Botschaft, dass Christus wieder kommt, soll uns daran erinnern, dass wir nicht die Herren der Welt sind. Sie ist uns anvertraut, und wir sind für sie verantwortlich. Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir Rechenschaft ablegen müssen über unser Tun und Lassen. Dass wir diese Verantwortung auch wirklich wahrnehmen können, darum bittet der Apostel Paulus am Ende seines Briefes an die Gemeinde in Thessalonich. Wir sind also mit unserer Verantwortung nicht allein, sondern Gott ist bereit, uns entsprechend auszurüsten, damit wir in der Lage sind, sie wahrzunehmen. Auf dem Taufstein der Stiftskirche in Freckenhorst (Westfalen) sind Szenen aus dem Neuen Testament zu sehen. Abgebildet ist hier die Himmelfahrt Christi. Das ist Absicht. Denn die Künstler des Hohen Mittelalters gestalten die Himmelfahrtsszene immer so, dass man sich gut denken kann, es handle sich um die Wiederkunft Christi. Vielleicht lassen die Engel ihn ja gerade herab, und nun geht es darum, dass er einen Platz bekommt unter den zusammengedrängten Menschen, die nach oben starren. Es ist gut, wenn wir uns die Frage stellen, wie Christus in unserer Mitte wieder Fuß fassen soll. Am besten wird es sein, wenn wir davon ausgehen, dass er nie wirklich fort war, sondern dass er anwesend geblieben ist auf unserer Erde, nämlich dort, wo zwei oder drei versammelt sind in seinem Namen, und in auch Gestalt der geringsten Schwestern und Brüdern, die unserer Hilfe bedürfen, weil sie hungrig und durstig, fremd und unbekleidet, krank und gefangen sind.
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