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| Aus dem Kirchenbezirk |
| 21 Jahre Leiter der Erwachsenenbildung |
| Zum Abschied von Dr. Jürgen Halberstadt |
Lieber Jürgen,
Als ich mit meiner Familie 1982 nach Heilbronn kam, stellte ich mit Genugtuung fest, dass sich das kirchliche Leben hier doch recht erfreulich von dem unterschied, das ich bis dahin kennen gelernt hatte. Das vielfältige Angebot, zu dem auch das Programm der Erwachsenenbildung wesentlich beitrug, machte mich neugierig. So ergriff ich 1983 gerne die Gelegenheit, einen Fernstudienkurs Erwachsenenbildung unter Deiner Leitung zu absolvieren, dem 1985 gleich der zweite folgte.
Natürlich gab es auch danach noch eine Menge dazu zu lernen. Dem dienten Veranstaltungen wie Gesprächsführungsseminare, Angebote zum Kennenlernen unterschiedlicher Zugänge zu biblischen Texten oder die Praxisberatungsgruppe, die den Erfahrungsaustausch und die Beratung der kirchlichen Mitarbeiter/innen ermöglichten, um nur einige wenige zu nennen.
Theologische Themen, gesellschaftspolitische Fragen aus christlicher Perspektive, Veranstaltungen zum Umweltschutz, zum Umgang mit Tod und Trauer, zu Problemen der Ökumene, zur Gen-Technik: meine Zeit und Kraft reichten nicht aus, um alle die Veranstaltungen zu besuchen, die mich interessierten. Aber aus den meisten, an denen ich dann teilnahm, habe ich gute Anregungen, Wissenszuwachs, manchmal sogar Trost mit nach Hause genommen. Vor allem in den Zeiten der umstrittenen Nato-Nachrüstung Anfang der 80er Jahre, als Atomraketen vor Heilbronns Haustür standen, war mir die offene innerkirchliche Diskussion hilfreich.
Einige bekannte Namen finden sich in den Programmheften der vergangenen 21 Jahre. Die vor kurzem verstorbene Dorothee Sölle, der Theologe und Schriftsteller Kurt Marti, die ehemalige Datenbeauftragte Ruth Leuze, der jüdische Theologe Pinchas Lapide und viele andere fanden auf Einladung der EB den Weg nach Heilbronn. Gerne denke ich auch an die Vorträge der Tübinger Theologin Elisabeth Moltmann-Wendel und der jetzigen Bischöfin Margot Kässmann zurück.
„Gott mit allen Sinnen loben“ - das war der Ausgangspunkt für Veranstaltungen zu sakraler Kunst und für Meditativen Tanz. Dieses Motto ist auch immer wieder Thema in der von dir mitinitiierten „Ideenwerkstatt von Frauen für Frauen“ die seit nunmehr 12 Jahren ein kleiner, aber recht lebendiger Zweig der EB ist.
Du hast mir erzählt, dass dich ein Wort von Augustin sehr angesprochen habe: Canta et ambula – Singe und zieh deines Wegs. Das, finde ich, ist ein guter Zuspruch auf dem Weg in Deine neue Lebensphase. Dann also: Singe und zieh deines Wegs - und ich setze hinzu: fröhlich. Dass du dies mit Gottes Geleit tun kannst, wünsche ich dir.
Marianne Keller
stellv. Vorsitzende des Synodalausschusses für Erwachsenenbildung
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| geschrieben von Matthias Treiber am 05.07.2003 um 09:02 Uhr. |
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